Die Geschichte des Kaffees

Die Geschichte des Kaffees

Egal ob schicker Milchkaffee mit Schaum in der Fußgängerzone, starker Espresso im Geschäftsmeeting oder klassischer Filterkaffee zur Morgenzeitung, heutzutage ist Kaffee nicht mehr aus unserem alltäglichen Leben wegzudenken. Manche trinken ihn auf dem Weg zur Arbeit im Pappbecher to go, andere zelebrieren ihn in elegantem Porzellan am Kuchentisch. Es gibt ihn brühheiß oder eiskalt, er ist Wachmacher, Genußmittel und Kulturtreffpunkt.
Doch, wo hat unser Lieblingsgetränk, von dem wir Deutschen jährlich rund 165 Liter konsumieren und das in der Beliebtheit noch weit vor Mineralwasser und Bier steht, eigentlich seinen Ursprung? Ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Kaffees.

Vom äthiopischen Hochland in die ganze Welt

Ursprünglich kommt die Kaffee-Pflanze aus Abessinien, dem heutigen Äthiopien. Viele Legenden und Geschichten ranken sich um ihre Entdeckung. Die bekannteste handelt von einem Ziegenhirten, der bereits um 850 n. Chr. entdeckt haben soll, dass seine Tiere aufgedreht und besonders lebhaft wurden, wenn sie die roten Kaffeekirschen gegessen hatten. Selbst bis spät in die Nacht hinein zeigten sie keine Anzeichen von Müdigkeit. Mönche brühten die getrockneten Kirschen und Blätter dann erstmals zu einer Art Tee auf, mit dessen Hilfe sie die Nächte hindurch beten konnten, ohne müde zu werden. Daraufhin feierten sie dieses Getränk als Geschenk Gottes. Vom äthiopischen Hochland gelang der Kaffee dann im 11. Jahrhundert nach Arabien. Gläubige Moslems, denen der Genuss von Wein aus religiösen Gründen verboten war, waren sofort von dem anregenden Effekt des Getränks begeistert. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Name Kaffee, der sich vom arabischen Wort Kahwe ableitet. Übersetzt bedeutet dies so viel wie Stärke oder Lebenskraft.
Über die jemenitischen Handelsstadt Mocha (oder auch Mokka, von welcher sich auch der Begriff für das Heißgetränk mit dem selben Namen ableitet) nahm der Siegeszug des Kaffees über das arabische Reich rasch seinen Lauf und erreichte im Jahr 1510 sogar Kairo. Für die weitere Verbreitung des Getränks waren dann die Türken zuständig. Sie brachten während des Höhepunkt des Osmanischen Reiches den Kaffee nach Südosteuropa und in Istanbul eröffneten die ersten Kaffeehäuser, die noch heute das Straßenbild dort prägen. Venezianische Kaufleute importierten 1615 die ersten Kaffeesäcke nach Westeuropa, wo sich das daraus zubereitete Getränk ebenfalls bald großer Beliebtheit erfreute. Das erste Kaffeehaus am Markusplatz eröffnete 1645. Es folgten London im Jahr 1652, Amsterdam 1663 und Paris 1672. Nach der abgebrochenen Belagerung der Osmanen von Wien 1683, ließen sie 500 Säcke des “Türkentrunks” zurück. Kurz darauf wurde auch hier der Grundstein für die noch heute so bekannte Wiener Kaffeehauskultur gelegt.
Nachdem es Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgreich gelungen war, Kaffeepflanzen in Treibhäusern anzubauen, wurde “die Bohne” schnell zum internationalen Handelsgut, das die Kolonialmächte in allen Ecken der Welt verbreiteten. Allerdings war das Getränk lange Zeit nur der reichen Bevölkerung vorenthalten und absolutes Luxusgut. Erst durch die Industrialisierung und den dadurch entstandenen Wohlstand im Bürgertum und der ansteigenden Produktion aus südamerikanischen Plantagen, wurde Kaffee langsam billiger und für mehr Menschen zugänglich. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hat er sich zum Massengetränk und einem der wichtigsten Handelsgüter der Welt entwickelt und hält diese Position seitdem erfolgreich.

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