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Ratgeber: Kaffee

Ratgeber: Kaffee

Fair Trade oder normaler Kaffee ?

Wenn man die Kaffeepreise verschiedener Marken im Discounter miteinander vergleicht, entdeckt man meist recht schnell einen großen Preisunterschied. Der Fair Trade Kaffee ist im Allgemeinen teurer als der Kaffee, den wir üblicherweise trinken. Der höhere Preis hat verschiedene Gründe. Beispielsweise müssen die Kaffeehersteller und der Vertrieb sehr hohe Ansprüche erfüllen, bevor der Fair Trade Kaffee überhaupt verkauft werden kann.
Die Arbeiter bekommen einen stabilen Mindestlohn und Kinderarbeit und Zwangsarbeit stehen unter Strafe. Außerdem haben der Fair Trade Kaffee und der herkömmliche Kaffee verschiedene sogenannte Endziele. Die Fair Trade Bewegung wurde ins Leben gerufen, um die Lebensqualität der Kleinbauern zu verbessern. Sie werden mit Nahrung versorgt und ihnen wird medizinische Versorgung und Bildung ermöglicht. Fair Trade fördert des Weiteren soziale Projekte in den Anbaugebieten. Kinderrechte, Arbeitsrechte und Gleichberechtigung und der Ausbau verschiedener Bildungseinrichtungen, sind ebenfalls weitere Anliegen. So kann jeder mit dem Kauf von Fair Trade Produkten etwas zu den unterschiedlichen Projekten beitragen.
Die Hersteller des normalen Kaffees achten in erster Linie eher auf die Qualität ihres Produkts. Kaffee, welcher unter fairen Bedingungen hergestellt wurde, wird immer mit einem Logo auf der Packung gekennzeichnet. Da der Bedarf an Kaffee steigt, muss immer mehr hergestellt werden. Dies sorgt für eine Massenproduktion, welche nicht gerade für eine bessere Qualität steht.

Schutz der Umwelt mit Bio Fair-Trade

Den meisten Menschen sagt der Begriff Klimawandel etwas, jedoch gibt es trotz allem zu wenig Menschen, die ihn ernst nehmen. Der Klimawandel befindet sich nicht in der Zukunft, sondern in der Gegenwart. Er ist bereits spürbar und die Auswirkungen stellen für die Kleinbauern eine Problematik dar. Extreme Wetterverhältnisse und massive Ernterückgänge sind Teil dieser Problematik. Durch die veränderten Wetterbedingungen entstehen außerdem neue Schädlingsarten, die der Ernte schaden. Die Folgen für die Kleinbauern kann man nur als fatal bezeichnen. Menschen, die dort arbeiten, sind nicht gerade wohlhabend und haben daher nur wenige Hektar Land. Ernteverkäufe sind existenziell wichtig, da sie das Einkommen der Arbeiter ausmachen. Das Ziel von Fair Trade ist es ressourcenschonend – also nachhaltig – anzubauen. Man sollte nicht nur im Jetzt leben, sondern auch zukunftsorientiert handeln, das heißt also die Natur schonen. Wichtig ist hier die Bodenfruchtbarkeit. Deshalb wird auf Pestizide, Chemikalien und auf genetisch veränderte Organismen verzichtet. Wasser sparen ist selbstverständlich ebenfalls wichtig. Hier wird daher beispielsweise auf Regenwasser zurückgegriffen. Gebiete, wo Pflanzen und Tiere leben, stehen auch unter Schutz.

Bio-Kaffee ist nicht gleich Fair Trade

Ein Produkt bekommt das Bio-Siegel, wenn es gewisse Standards der EG-Ökoverordnung erfüllt, jedoch gehören die Arbeitsbedingungen der Kleinbauern nicht dazu.
Das bedeutet also, dass die Erntehelfer, Sortierer etc. auch unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten können, beispielsweise Kinderarbeit, und das Produkt trotzdem sein Bio-Siegel erhält. Kinderarbeit beim Kaffeeanbau ist nämlich leider immer noch nicht ganz Vergangenheit.
Das Fair Trade Siegel wiederum, bedeutet aber im Vergleich zum Bio-Kaffee wie gesagt, bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Arbeiter. Dafür muss der biologische Anbau beim Fair Trade Produkt nicht in dem Maße beachtet werden, wie beim Bio-Kaffee. Es ist aber nicht so, dass Fair Trade den ökologischen Bedingungen keine Beachtung schenkt. Es müssen bestimmte ökologische Standards eingehalten werden, jedoch ist der biologische Anbau kein Punkt dieser Standards. Also wenn man Kaffee kaufen will, der gleichzeitig die Umwelt schont, und dazu noch durch faire Arbeitsbedingungen hergestellt wird, dann sollte man auf der Verpackung des Produkts nach dem Bio- und dem Fair Trade Siegel Ausschau halten. Denn nur so kann man sich sicher sein, dass die Kaffeebohnen per Hand geerntet werden, damit nur die erlesensten Bohnen in den Kaffee gelangen, und die noch nicht reifen Bohnen nicht durch das maschinelle Pflücken ebenfalls geerntet werden. So können die grünen Bohnen nämlich noch weiter reifen und bei der nächsten Ernte gepflückt werden. Auf diese Weise hat man ideale Qualität und kann gleichzeitig sicher sein, dass die Menschen hinter der Ernte und Herstellung, fair bezahlt werden und nicht zum Vorteil anderer ausgenutzt werden. So erhalten die Menschen eine verlässliche Existenzgrundlage.…